Liebe Gemeindeglieder,
Wenn ich aus dem Fenster meines Pfarrbüros schaue, dann sehe ich, wie draußen das Leben blüht. Zwischen Pfarrgarten und Kirche steht ein riesiger Fliederbusch, der besonders abends seinen Duft verströmt. Im Garten werden die ersten Bruterfolge der fleißigen Pieper sichtbar: kleine Rotschwänzchen, die etwas unsicher noch im Pfirsichbaum sitzen, Spatzen, die gleich als ganze Bande durch den Garten toben, plüschige Meisen, die neugierig von Zweig zu Zweig flattern und kleine Amseln, die sehr selbstbewusst den Garten erkunden, Würmchen einsammeln und mir deutlich das Gefühl vermitteln, dass ich störe. Es ist wunderbar und ich staune jedes Jahr aufs Neue, wenn ich erkenne, wie schön und bis ins Kleinste und Feinste unsere Welt durchdacht und eingerichtet ist. Auch wenn der Mai noch nicht so lieblich ist, wie sich unser altes Kirchenlied (501) von Martin Behm freut – in das Gotteslob dieses Liedes, da stimme ich gerne mit ein! Und auch der Bitte, dass Gottes Sonne (sein Wort) in unser Herz scheint und all unsere Sorgen, Ängste und Traurigkeiten wegnehmen mag, kann ich mich gut anschließen. Ein bisschen beneide ich da die jungen Vögel, die natürlich ohne Mund-Nasen-Schutz und völlig angstfrei im Pfarrgarten unterwegs sind.
Ja, am Donnerstag wollen wir dann Himmelfahrt feiern – mit Bläsern und auch mit Gesang. Ich hoffe auf Sonnenschein und auf rege Beteiligung auch wenn es nur die Wiese neben der Kirche in Strasburg ist und weder Kaffee noch Kuchen oder leckere Wurst vom Grill geben darf. Mir macht der Mangel in diesen Tagen erst recht deutlich, wie reich wir sonst eigentlich mit allem gesegnet sind!
Der kommende Sonntag Exaudi (Höre!) steht unter einem Bibelwort aus dem Johannesevangelium: Christus spricht: Wenn ich erhöht werde von der Erde, so will ich alle zu mir ziehen. Dazu las ich kürzlich in einer Predigtvorbereitung ein paar anregende Gedanken: Auf dem Wanderweg zur höchsten Erhebung der französischen Alpen gibt es ein Rasthaus. Dort können sich Wanderer erholen, essen und trinken und sich auch etwas ausruhen und übernachten. Der Name der Gaststätte ist „Mediocre Inn“, was einfach mit „halber Weg“ übersetzt werden kann. Der Blick von dort ist nicht so spektakulär wie vom Gipfel, aber doch schon sehr eindrücklich, die Verpflegung ist hervorragend und die Zimmer sind sehr schön eingerichtet. Das Rasthaus liegt so hoch in den Alpen, dass die meisten Wanderer auf der letzten Strecke bis dorthin bereits eine längere Zeit durch eisiges, windiges Wetter geklettert sind, durchfroren und sichtlich ermüdet. Wer freut sich dann nicht auf eine heiße Dusche ein köstliches Essen und ein bequemes Bett? Und wenn am nächsten Morgen der beeindruckende Blick in die Alpen schon für viele Qualen belohnt, fällt das Weiterwandern sichtlich schwer. Es wird erzählt, dass über 80 Prozent der Wandernden so beeindruckt von dem bereits erreichten Ziel sind, dass sie den restlichen Aufstieg zum Gipfel nicht mehr antreten. Eine verführerische Situation, denn leider lassen sich Gipfel in der Regel nicht mit gemütlicher Ruhe und in entspannter Atmosphäre erklimmen. Wer den Gipfel erreichen will, muss wieder aufbrechen und sich der rauen Natur aussetzen, um dann schließlich am Ziel anzukommen. Viele, ob Wanderer oder nicht kennen diese Lebenserfahrung. Wie oft hielten wir uns schon im „Mediocre Inn“ unseres Lebensweges auf? Nicht nur die zahlreichen Vorsätze, die wir zum Jahreswechsel oder bei anderen Gelegenheiten fassten und die schnell wieder verflogen sind, auch berufliche und private Ziele enden bisweilen auf halbem Wege, versacken und versanden, und was anfangs so entspannt klang, dass bedrückt uns je länger, je mehr. Gerade, wenn wir an unsere Grenzen kommen, wenn sich Bequemlichkeit breit macht, wenn uns die Kraft und der Mut abhandenkommen. Was aber kann uns helfen, um nicht auf halbem Wege stehen zu bleiben? Es ist der Blick über uns hinaus. Es ist das Wort, das wir uns nicht selber sagen können. Christus ging seinen Weg bis zum Ziel. Er wurde erhöht (zunächst am Kreuz, dann aber zu Gott, der uns liebt wie Mutter und Vater) und stärkt auch uns auf unserem Weg weit über die Hälfte hinaus, unser Ziel zu erreichen. Christus spricht: Wenn ich erhöht werde von der Erde, so will ich alle zu mir ziehen. Deshalb trägt der kommende Sonntag den Namen „Exaudi“ – „Höre!“ Denn Hören hilft uns weiter auf unserem Lebensweg, hören auf den, der der Weg die Wahrheit und das Leben selber ist.

Ihnen eine gesegnete Zeit – schöne Frühlingstage
wünschen Ihnen und grüßen Sie sehr herzlich:
die Ältesten, Frau Niemann und Ihr Pastor Manfred Hojczyk

In den nächsten drei Wochen wird es wohl eine Pause beim Briefeschreiben geben müssen, da unsere Briefträgerin Frau Niemann dann im Urlaub ist.

Liebe Gemeindeglieder, liebe StrasburgerInnen
in den zurückliegenden Tagen gab es viele Mails, Telefonate und Beratungen. Nun steht fest, dass die Gottesdienste in unseren Kirchen für diesen und die folgenden Sonntage abgesagt sind. Die Ältesten des Kirchgemeinderates tragen diese Entscheidung unserer Landeskirche mit. Sie ist eine logische Konsequenz der Entscheidungen von Bund und Ländern. Für uns ein harter Einschnitt in unser gemeindliches Leben. Unser vertrauter Rhythmus von Arbeit und Gebet scheint zunächst unterbrochen. Aber dieser harte Schritt ist ein Akt unserer Fürsorge für das Ganze der Gesellschaft. Wir verlangsamen die Ausbreitung, wir schützen vor allem die Älteren. Wir sorgen auf diese Weise für einander.
Für den Zeitraum, in dem wir Gottesdienste und gemeindliche Veranstaltungen aussetzen müssen, bitte ich Sie ersatzweise auch über den ZDF-Fernsehgottesdienst und die Rundfunkarbeit der Kirchen beim NDR und DLF am Leben unserer Kirche teilzunehmen. Auch die Glocken werden weiter zur Besinnung rufen. Bitte halten Sie inne. Es gilt Mut zu schöpfen. Und: Bitte lasst uns achtgeben auf einander. Besonders auch im täglichen Gebet. Das ist auch Gottesdienst! Und seien Sie gewiss – auch die MitarbeiterInnen und Ältesten Ihrer Kirchengemeinde werden Sie in ihr Gebet miteinschließen.
Telefonisch bleibt alles wie gehabt: Die Telefone werden nicht rund um die Uhr besetzt sein, aber sie sind immer mit einem Anrufbeantworter verbunden, so dass ich mich zeitnah zurückmelden kann. Auch per e-Mail bin ich zu erreichen. Die Geburtstagsbesuche stellen wir auf Geburtstagsbriefe um, in den Senioren-Heimen werde ich vorübergehend keine Termine mehr wahrnehmen. Die Treffen im Gemeindehaus, die wir alle schätzen, weichen den Kontakten am Telefon (und im Internet). Kaffee trinken wir später wieder…. Das Gespräch auf der Straße wird umso wichtiger. Die Gruppen pausieren ohne Ausnahme – Leider auch die Bibelwoche, auf die wir uns schon gefreut hatten. Sie wird im Herbst nachgeholt werden.
Sicher ist eins: Der Glaube, für den unsere Kirche steht, kennt solche Momente. Die Welt scheint sich Richtung Stillstand zu verlangsamen. Vielen ist angst und bange. Stillstand, dafür steht die Botschaft dieser Passionszeit, ist immer ein Durchgang. Denn der Blick wird vom Glauben nach vorne gerichtet. So weiß es auch der Wochenspruch: „Wer die Hand an den Pflug legt und sieht zurück, der taugt nicht für das Reich Gottes.“  
Ihnen allen ein herzlicher Gruß – bleiben Sie behütet!
I.A. des Kirchgemeinderates
Ihr Pastor Manfred Hojczyk

Willkommen

Herzlich willkommen auf der Internetseite der Evangelischen Kirchengemeinden Strasburg und Blumenhagen.

Wir sind eine kleine Kirchengemeinde am nördlichen Rande der Uckermark und gehören zur Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland. Uckermärkisch-Brandenburgische und Pommersche Wurzeln verbinden sich in unserer Region. So sind wir heute Teil des Pommerschen Evangelischen Kirchenkreises und der Propstei Pasewalk. Unsere Kirchengemeinde – bestehend aus der Kirchengemeinde St. Marien der Stadt Strasburg und der Kirchengemeinde Blumenhagen, in der vier Dörfer verbunden sind, ist ein Produkt der letzten kreiskirchlichen Strukturreform und in der heutigen Form erst gut 10 Jahre alt. Zur Gemeinde gehören 6 Kirchengebäude. Auf den Dörfern wird monatlich in Strasburg wöchentlich Gottesdienst gefeiert.

Sieht man unsere alten Kirchen an, dann werden wir an eine große Tradition erinnert. Otto von Bamberg hat in unsere Region vor ca. 1000 Jahren den christlichen Glauben gebracht. Die Kirchengebäude selbst besitzen häufig einfache Vorgängerbauten und sind in ihrer heutigen Form ca. 750-8oo Jahre alt. Seit der Reformation, deren 500-jähriges Jubiläum wir in diesem Jahr 2017 feiern, sind unsere Kirchengemeinden und damit auch unsere Kirchen dem evangelischen Bekenntnis zugehörig.

Landschaftlich ist unsere Region gekennzeichnet durch weite Felder und kleine Dörfer am südlichen Rand der Brohmer Berge. Kleine Städte, in einer der dünnbesiedelsten Regionen Deutschlands, erzählen heute von der vielfältigen kriegerischen Vergangenheit – seien es die Wirren des 30-jährigen Krieges, seien es Grenzstreitigkeiten zwischen den Brandenburgern und den Pommern oder sein es die Wunden des letzten, des zweiten Weltkrieges in unserer Region. Das einzige Kontinuum scheinen die Kirchen in unseren Orten zu sein. Sie erzählen vom Glauben, auch in schweren Zeiten in unserer Region. Kommunen und Kirchengemeinden suchen heute nach zukunftsfähigen Konzepten in einer Ecke unseres Landes, in der die Bevölkerung noch immer sinkt.

Als Evangelische Kirchengemeinde vertrauen wir der Wurzeln unseres Glaubens, unserem Herrn Jesus Christus. Wir suchen und fragen nach neuen Wegen, unseren Glauben weiter zu geben. Als Kirchengemeinde wollen wir uns nicht nur selber genügen, sondern für Stadt und Dörfer da sein. Wir vertrauen auf die Zusage Jesu Christi: „Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen.“ (Mt 18, 20) In diesem Vertrauen leben und arbeiten wir in unserer Kirchengemeinde zusammen. Lebendiger Ausdruck sind die verschiedensten Gruppen, Kreise und Projekte unter dem Dach unserer Kirche.

Ihr Pfarrer Manfred Hojczyk

 

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Zur Zeit benötigen wir Geld für eine dringende Restauration unserer Orgel.