Liebe Gemeindeglieder,

schon wieder ist eine Woche vergangen. Eben lag noch Schnee auf der Wiese vor meinem Arbeitszimmer, jetzt öffnen sich die rosa Blüten des Pfirsichbaumes. Ein altes Gedicht geht mir durch den Kopf:

Und dräut der Winter noch so sehr mit trotzigen Gebärden
und streut er Eis und Schnee umher,
es muss doch Frühling werden!

Die Zuversicht, die in diesen Zeilen steckt, die wünsche ich uns allen sehr: auch wenn es jetzt stürmt und schneit – es wird doch Frühling. Auch wenn in diesen Tagen ein Virus unser Leben bestimmt – es wird doch wieder Tage geben, an denen all das vorbei ist und wir einander wieder normal begegnen können. Auch wenn wir jetzt Ängste und Sorgen haben, um uns und unsere Lieben, so kommt bestimmt wieder die Zeit der Freude, in der sich unser Leben wieder mit erfreulicheren Themen beschäftigen wird. Darauf vertraue ich.

Seit ein paar Tagen, Sie haben es vielleicht bemerkt, läutet die Gebetsglocke unserer Strasburger St. Marienkirche um 12 Uhr. Sie lädt ein zum Gebet – miteinander und füreinander. Wir können etwas tun und wir können uns sagen lassen: Du bist nicht allein! – Auch wenn wir manchmal vielleicht das Gefühl der Einsamkeit haben – mir jedenfalls fehlen die gemeinsamen Gottesdienste, Kreise, die Begegnungen und Gespräche. Anderseits ermutigt mich der Gedanke: um 12 Uhr, täglich, da läuten die Glocken, da beten Menschen von Penkun bis zur dänischen Grenze überall in unserer Nordkirche. (Leider klappt das auf unseren Dörfern nicht so recht, da wir nur in Blumenhagen eine automatische Läuteanlage haben.) Einen Gebetsvorschlag unserer Nordkirche gebe ich gerne weiter:

Hoffnungsläuten

Den Klang hören und durchatmen.
Mit Gott sprechen. Vielleicht so:

Gott, sei bei mir.
Höre meine Sorgen.
[Stille]
Höre meine Bitten:
Für die Kranken.
Für ihre Angehörige.
Für die Pflegenden.
Für die, denen das Geld ausgeht.
Für die Erschöpften.
Für die Sterbenden und die Trauernden.
Tröste, trage, liebe alle, die dich brauchen.
[Stille]
[Vaterunser]

Gott sagt:
Fürchte dich nicht. Ich bin bei dir.
Lass mich darauf vertrauen.
Danke für alles, was stärkt.
Amen.

In diesen Tagen gehen wir auf den Palmsonntag zu. Menschen jubeln Jesus als ihren Helden bei seinem Einzug in Jerusalem zu und nur wenige Tage später werden sie „Kreuzige ihn!“ rufen. Hoffnung und Enttäuschung aber auch Verstehen und Missverstehen liegen so dicht beieinander. Wir erleben es so deutlich an uns selber – unsere eigenen Grenzen, unsere Wünsche, unsere Enttäuschungen. Könnte, ja müsste Gott nicht ganz anders handeln an uns und dieser Welt? Auch wir wünschen uns manchmal so sehr einen triumphierenden Retter, der Recht und Ordnung schafft in dieser zum Teil rechtlosen und auch chaotischen Welt. Und doch wird Jesus Karfreitag am Kreuz hängen – gefoltert, getötet. Er, der an dieser Welt litt, mit den Menschen litt, er trug ihre Sorgen, Lasten, all das erlittene Unrecht, Schmerz und Leid mit ihnen. Nichts von all dem war ihm fremd. Darin war und ist er den Menschen so nahe! Er bleibt bei uns – selbst im Tod ist er noch bei uns. So nahe, wie sonst keiner, ist Gott durch Jesus bei uns. Das ist anders, ganz anders, als wir das gewohnt sind und Menschen es damals erhofft haben. Nicht der strahlende Held rettet, sondern der gequälte Mensch am Kreuz! Ist das zu glauben? Nicht Schwert und Gewalt retten uns, sondern Liebe und Solidarität. Neues bricht sich Bahn. Jesu Worte (Matthäi am letzten – also das, was wirklich zählt, was bleibt, was Bestand hat) gelten uns immer wieder: „Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.“ Darauf können wir vertrauen, darauf können wir uns verlassen – in Zeiten der Krise und an hellen Tagen, egal ob es stürmt oder schneit, ob wir Hoffnung haben oder ganz unten sind.

Ihnen ein gesegnetes Wochenende!

Das wünschen Ihnen:
Die Ältesten der Kirchengemeinde,
unsere Gemeindesekretärin Frau Niemann
und Ihr Pastor Manfred Hojczyk

am 1. April 2020

Liebe Gemeindeglieder, liebe StrasburgerInnen
in den zurückliegenden Tagen gab es viele Mails, Telefonate und Beratungen. Nun steht fest, dass die Gottesdienste in unseren Kirchen für diesen und die folgenden Sonntage abgesagt sind. Die Ältesten des Kirchgemeinderates tragen diese Entscheidung unserer Landeskirche mit. Sie ist eine logische Konsequenz der Entscheidungen von Bund und Ländern. Für uns ein harter Einschnitt in unser gemeindliches Leben. Unser vertrauter Rhythmus von Arbeit und Gebet scheint zunächst unterbrochen. Aber dieser harte Schritt ist ein Akt unserer Fürsorge für das Ganze der Gesellschaft. Wir verlangsamen die Ausbreitung, wir schützen vor allem die Älteren. Wir sorgen auf diese Weise für einander.
Für den Zeitraum, in dem wir Gottesdienste und gemeindliche Veranstaltungen aussetzen müssen, bitte ich Sie ersatzweise auch über den ZDF-Fernsehgottesdienst und die Rundfunkarbeit der Kirchen beim NDR und DLF am Leben unserer Kirche teilzunehmen. Auch die Glocken werden weiter zur Besinnung rufen. Bitte halten Sie inne. Es gilt Mut zu schöpfen. Und: Bitte lasst uns achtgeben auf einander. Besonders auch im täglichen Gebet. Das ist auch Gottesdienst! Und seien Sie gewiss – auch die MitarbeiterInnen und Ältesten Ihrer Kirchengemeinde werden Sie in ihr Gebet miteinschließen.
Telefonisch bleibt alles wie gehabt: Die Telefone werden nicht rund um die Uhr besetzt sein, aber sie sind immer mit einem Anrufbeantworter verbunden, so dass ich mich zeitnah zurückmelden kann. Auch per e-Mail bin ich zu erreichen. Die Geburtstagsbesuche stellen wir auf Geburtstagsbriefe um, in den Senioren-Heimen werde ich vorübergehend keine Termine mehr wahrnehmen. Die Treffen im Gemeindehaus, die wir alle schätzen, weichen den Kontakten am Telefon (und im Internet). Kaffee trinken wir später wieder…. Das Gespräch auf der Straße wird umso wichtiger. Die Gruppen pausieren ohne Ausnahme – Leider auch die Bibelwoche, auf die wir uns schon gefreut hatten. Sie wird im Herbst nachgeholt werden.
Sicher ist eins: Der Glaube, für den unsere Kirche steht, kennt solche Momente. Die Welt scheint sich Richtung Stillstand zu verlangsamen. Vielen ist angst und bange. Stillstand, dafür steht die Botschaft dieser Passionszeit, ist immer ein Durchgang. Denn der Blick wird vom Glauben nach vorne gerichtet. So weiß es auch der Wochenspruch: „Wer die Hand an den Pflug legt und sieht zurück, der taugt nicht für das Reich Gottes.“  
Ihnen allen ein herzlicher Gruß – bleiben Sie behütet!
I.A. des Kirchgemeinderates
Ihr Pastor Manfred Hojczyk

Willkommen

Herzlich willkommen auf der Internetseite der Evangelischen Kirchengemeinden Strasburg und Blumenhagen.

Wir sind eine kleine Kirchengemeinde am nördlichen Rande der Uckermark und gehören zur Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland. Uckermärkisch-Brandenburgische und Pommersche Wurzeln verbinden sich in unserer Region. So sind wir heute Teil des Pommerschen Evangelischen Kirchenkreises und der Propstei Pasewalk. Unsere Kirchengemeinde – bestehend aus der Kirchengemeinde St. Marien der Stadt Strasburg und der Kirchengemeinde Blumenhagen, in der vier Dörfer verbunden sind, ist ein Produkt der letzten kreiskirchlichen Strukturreform und in der heutigen Form erst gut 10 Jahre alt. Zur Gemeinde gehören 6 Kirchengebäude. Auf den Dörfern wird monatlich in Strasburg wöchentlich Gottesdienst gefeiert.

Sieht man unsere alten Kirchen an, dann werden wir an eine große Tradition erinnert. Otto von Bamberg hat in unsere Region vor ca. 1000 Jahren den christlichen Glauben gebracht. Die Kirchengebäude selbst besitzen häufig einfache Vorgängerbauten und sind in ihrer heutigen Form ca. 750-8oo Jahre alt. Seit der Reformation, deren 500-jähriges Jubiläum wir in diesem Jahr 2017 feiern, sind unsere Kirchengemeinden und damit auch unsere Kirchen dem evangelischen Bekenntnis zugehörig.

Landschaftlich ist unsere Region gekennzeichnet durch weite Felder und kleine Dörfer am südlichen Rand der Brohmer Berge. Kleine Städte, in einer der dünnbesiedelsten Regionen Deutschlands, erzählen heute von der vielfältigen kriegerischen Vergangenheit – seien es die Wirren des 30-jährigen Krieges, seien es Grenzstreitigkeiten zwischen den Brandenburgern und den Pommern oder sein es die Wunden des letzten, des zweiten Weltkrieges in unserer Region. Das einzige Kontinuum scheinen die Kirchen in unseren Orten zu sein. Sie erzählen vom Glauben, auch in schweren Zeiten in unserer Region. Kommunen und Kirchengemeinden suchen heute nach zukunftsfähigen Konzepten in einer Ecke unseres Landes, in der die Bevölkerung noch immer sinkt.

Als Evangelische Kirchengemeinde vertrauen wir der Wurzeln unseres Glaubens, unserem Herrn Jesus Christus. Wir suchen und fragen nach neuen Wegen, unseren Glauben weiter zu geben. Als Kirchengemeinde wollen wir uns nicht nur selber genügen, sondern für Stadt und Dörfer da sein. Wir vertrauen auf die Zusage Jesu Christi: „Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen.“ (Mt 18, 20) In diesem Vertrauen leben und arbeiten wir in unserer Kirchengemeinde zusammen. Lebendiger Ausdruck sind die verschiedensten Gruppen, Kreise und Projekte unter dem Dach unserer Kirche.

Ihr Pfarrer Manfred Hojczyk

 

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